Comicgastland Spanien im Münchner Künstlerhaus

Bei Nationen mit Comictradition denkt man besonders an Frankreich oder Belgien. Das Comicfestival München setzt es sich als Ziel auch die Comicszene anderer Länder und ihre herausragenden Künstler vorzustellen. 2011 widmen wir uns dem amtierenden Fußballweltmeister und laden ein ins Comicgastland Spanien.


Miguelanxo Prado (Klick auf Bilder für Druckansicht)

In den Städten Barcelona, A Coruna und Sevilla hat Spanien drei sehr große und anspruchsvolle Comicfestivals, außerdem verfügt Spanien über eine Vielzahl von herausragenden Comiczeichnern. Unvergessen sind die spanischen Comicfiguren Motadelo y Filemón von Francisco Ibanez, die unter dem Namen Clever&Smart international für Furore sorgten. Auch die Serie Torpedo von Jordi Berthet genießt nicht nur in Spanien großen Kultstatus.

Das Comicfestival München stellt im Künstlerhaus Originalzeichnungen von vier spanischen Meisterzeichnern aus. Die spanischen Comicgroßmeister Miguelanxo Prado und Juanjo Guarnido gehören zu den internationalen Superstars der spanischen Comicszene und die Newcomer Roger Ibanez und Guillem March erfreuen sich stetig wachsender internationaler Beliebtheit.

Miguelanxo Prado
Der Galizier Miguelanxo Prado ist einer der renommiertesten und am meisten ausgezeichneten spanischen Comickünstler (u.a. Preis der Jury Angouleme, Max & Moritz-Preis, Eisner-Award etc.). In den 80er und 90er Jahren schuf er mit "Der tägliche Wahn", "Kreidestriche" und "Berührungen" Meilensteine der Comicliteratur. Danach war er einige Jahre in den USA und hat für Sony Pictures die "Men in Black"-Zeichentrickserie hauptverantwortlich betreut. Aber Prado gehört in seine galicische Heimat, wo er aktuell zur Freude seiner vielen Fans an einem fasst 200 Seiten fassenden Comicalbum arbeitet. Neben seinen graphisch herausragenden und oft subtilen Comicgeschichten ist Prado für die Organisation des zweitgrößten spanischen Comicfestivals in A Coruna, vinetas desde o atlantico, verantwortlich. Die Leiter des Comicfestivals München Heiner Lünstedt und Michael Kompa waren 2010 bei vinetas desde o atlantico zu Gast und stellen am 24.06.2011 bei einem Künstlergespräch im Instituto Cervantes den außergewöhnlichen spanischen Comickünstler und sein außergewöhnliches Comicfestival vor.


Juanjo Guarnido
John Blacksad ist ein Hardboiled-Charakter wie aus einem Roman von Dashiell Hammett oder Raymond Chandler. Mit dem "toughen" Katzendetektiv haben die beiden spanischen Künstler Juanjo Guarnido und Juan Diaz Canales einen der aktuell erfolgreichsten Comic-Charaktere erschaffen. Besonders in der Comic-Nation Frankreich brechen sie Verkaufsrekorde und ernten Auszeichnungen (Blacksad liegt in der Liste der meistverkauften Comics in Frankreich direkt hinter den Erfolgsserien Asterix und Titeuf und wurde bereits zweimal mit dem Preis der Jury vom Comicfestival Angouleme ausgezeichnet). Für viele aktive Comiczeichner gilt Guarnido als der derzeitig größte Comickünstler. Seine meisterlichen Zeichnungen sind geprägt von Einflüssen aus seiner Tätigkeit für Disney (wo er u.a. an dem Trickfilm Tarzan mitgearbeitet hat), den Fabelwesen des Simplicissimus-Zeichners Heinrich Kley in Verbindung mit dem Film Noir.


Das Comicfestival stellt Originalseiten aus den Blacksad-Alben aus und präsentiert dazu Statuen der Protagonisten dieser besonderen Comicgeschichten. Die beiden Künstler Guarnido und Diaz Canales besuchen beim Comicfestival München 2011 erstmals Deutschland und berichten am Samstag den 25.06. im Instituto Cervantes über die Erfolgsgeschichte ihrer Comicfigur und über die Situation der Comicszene in Spanien und in Frankreich.

Guillem March
Der 1979 auf Mallorca geborene Guillem March ist einer der Shooting-Stars in der amerikanischen Superhelden-Szene. Er schaffte seinen Durchbruch als Zeichner für den spanischen Playboy und hat sich mit seinen erotischen Zeichnungen der Damen rund um den dunklen Ritter mit der Comicserie Gotham City Sirens für höhere Aufgaben ausgezeichnet. March ist mittlerweile der reguläre Zeichner der Comicserie Batman and Robin und gilt als eines der größten neuen Talente im DC-Universum. Originalzeichnungen von Guillem March werden in der Comicgastland Spanien-Ausstellung im Künstlerhaus und in der Ausstellung Batman und das Batmobil bei BMW-Lenbachplatz präsentiert.


Roger Ibanez
Der 1977 in Barcelona geborene und wohnhafte Roger Ibáñez signiert seine Arbeiten nur mit seinem Vornamen Roger. Trotz seinen Anfängen als Manga-Zeichner, hat sein Zeichenstil viele Einflüsse darüber hinaus und zeichnet sich besonders durch seine spezielle Tuschetechnik aus. So erinnern seine getuschten Seiten stark an den Deutschen Reinhard Kleist (siehe gesonderte Ausstellung im Foyer des Kulturreferates ) und beeindrucken im s/w-Original viel stärker als in den farbig gedruckten Comicalben. Seit 2004 arbeitet er mit dem Autor Raule (Raul Anisa) für den französischen Großverlag Dargaud an der Comicserie Jazz Maynard, die seit 2011 von dem italienischen Verlag nona arte auch in Deutschland verlegt wird.


Der Trompeter Jazz Maynard ist nebenher Einbruchskünstler und Auftragskiller. In Amerika befreit er seine Schwester Laura aus der Zwangsprostitution und beide versuchen in ihrer Heimat Barcelona im berüchtigten El Raval-Viertel unterzutauchen. Dabei schlittern die Protagonisten in dem spannenden Hardboiled-Thriller durch eine Orgie aus Gewalt und Jazzmusik, dargestellt in beeindruckenden Bildern.

WEITERE PRESSEBILDER

Prado
Prado
Prado mit Katze
Guarnido: Blacksad
Guarnido: Blacksad
March: Riddler
March: Batman
Ibanez: Jazz Maynard
Ibanez: Jazz Maynard

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